Infralink
Die erste Idee

Die InfraLink-Idee:
Unsere erste Idee war, vorhandene Technik zu nutzen. Durch die
Hobbytronic , eine jährliche Elektronikbastler-Messe hier in Dortmund
haben wir die InfraLink-Technik kennengelernt. Es handelt sich
dabei um kleine Schachteln, die an den Parallelport eines PCs
angeschlossen werden und drahtlos via infrarotem Licht Drucker
ansteuern können. Das Prinzip ähnelt den herkönnlichen
Fernsteuerungen für Stereoanlage und Fernseher. Im Unterschied
dazu dachten wir, die Übertragungsgeschwindigkeit würde
größer sein. Bevor wir die Infralinks gekauft hatten
konnten wir eine Datenverbindung zwischen zwei Rechnern unter
Verwendung der parallelen Schnittstelle mit einem
Durchsatz von mehr als 40kByte/s erzielen.
Genau aus diesem Grund haben wir uns für diese Geräte
interessiert.
Leider hat die Sache aber einen Haken: Die Geräte wurden nicht für
den bidirektionalen Betrieb konzipiert. Bevor die ersten Daten von
einem Gerät zum anderen übertragen werden wird automatisch
festgestellt, welches Gerät fortan als Sender und welches
als Empfänger arbeitet. Dies geschieht unter Zuhilfenahme
der Handshake-Leitungen, der Durcker erzeugt beispielsweise kein "strobe"-
Signal. Von diesem Moment an werden von dem am
Drucker angeschlossenen Infralink nur noch die Leitungen "busy",
"error" und "paper out" übertragen. In Gegenrichtung, also
vom Rechner zum Drucker werden 8bit-Daten geschickt. Das "strobe"-
Signal geht dabei verloren, auch das Acknowledge-Signal wird intern
erzeugt und nicht mit übertragen (jedenfalls nicht so, daß
man es sinnvoll nutzen könnte).
Insgesamt haben wir festgestellt, daß sich die Infralinks zwar
hervorragend zum Drucken benutzen lassen, sich aber zur Vernetzung
nicht eignen. Wir haben versucht, daß plip-Protokoll soweit
zu modifizieren daß es sich für die Übertragung
eignet. Plip funktioniert über acht bidirektionale Signalleitungen,
die auch die meisten Laptops bereitstellen. Es werden auch die
Handshake-Leitungen mitverwendet, die in unserem Fall über
zwei weitere Infralinks transportiert wurden.
Jedoch wird ein externer Takt ("strobe") benötigt, den
wir mittels eines Pentium-PCs erzeugt haben (Dies liegt daran, daß
das "strobe"-Signal von Plip von Daten verwendet wird, die Infralinks
jedoch ein Signal benötigen, um zu erkennen wann alle Signale
vom Rechner korrekt anliegen). Der Witz der drahtlosen
Vernetzung geht damit jedoch verloren, da an alle beteiligten
Infralinks der Takt angelegt werden muß- per Kabel.
Es kommt
aber noch schlimmer: Der externe Takt kann nicht mit den Geräten
syncronisiert werden. Damit keine Daten verloren gehen muß der
Takt also so häufig gesendet werden, daß auf wenigstens
zwei externe Takte eine Übertragungssequenz der Infralinks
kommt. Damit wird auch das "strobe"-Signal vom sendenden Rechner via
Datenleitung übertragen, damit der empfangende Rechner dies auswerten
kann. Wenn man so verfährt wird jedoch die parallele
Schnittstelle nicht gerade geschont: Durch das exzessive Überfluten
mit Interrupts ist kein Linux-PC mehr in der Lage, noch etwas anderes
außer der Übertragung zu machen. Auf die maximal
erreichte Transferrate von 5,7kByte/min konnten wir dann auch lächelnd
verzichten. Allerdings hatten wir es geschafft, damit TCP-Connects
herzustellen!
Im Moment liegen die Infralinks bei uns ungenutzt rum. Wir haben für
unser Teststrecke pro Richtung zwei benutzt und haben demnach noch
vier Infralinks zu Hause liegen. Für den Anschluß an
einen Drucker braucht man zwei Stück. Falls also jemand einen
Drucker hat und wie in "Dinner for One" immer wieder über das
Kabel stolpert oder sich jemand für besonders schlau hält
und unsere Bemühungen wiederholen möchte sind wir gerne
bereit, die Geräte zu einem vernünftigen Preis abzugeben:
Über 30DM/Infralink läßt sich noch verhandeln.
Die von uns angepassten plip-Sourcen kann man sich natürlich
downloaden,
um schonmal mit einer funktionierenden Version zu starten. Die
Sourcen werden dann einfach in den Linux-Kernel kopiert.
Die Geräte an sich sehen übringens
ganz schick aus, und wie oben schon
erwähnt hat die Kommunikation zwischen Rechner und Drucker
auch wunderbar funktioniert, die Reichweite beträgt in einem
geschlossenen Raum mindestens fünf Meter, die maximale Reichweite
ließ sich leider nicht austesten. Aber ich denke, daß die
in der Anleitung angegebenen 70m nur innerhalb bestimmter
Jahrmarktattraktionen realistisch sind.
hartmut@wallace.free.de
Dortmund, den 25.7.97